Reiseblog 2010

Wohl etwas schreibfaul oder einfach auch, weil es ueber Bolivien irgendwann nichts neues mehr zu berichten gibt, aehnelt der diesjaehrige Reiseblog eher eine Fotostrecke. Ohne groesseren Zusammenhang berichten wir hier nach Lust, Zeit und Laune ueber unsere Reise.

Hier begann unsere Reise und fuehrte uns ueber London (ja, unser Gepaeck wurde auch abgefertigt) via Miami, La Paz nach Santa Cruz.

Nach einem sowieso schon langen Flug nach Miami verbrachten wir hier 9 Stunden in der gemuetlichen Flughafenhalle. Bereits sichtlich von den Strapazen gezeichnet. Wir hatten also Zeit genug, mal wieder alle Vorurteile gegenueber unseren amerikanischen Freunden aufzufrischen. 36 farbige Karten waren unsere treuen Begleiter.

Das vorlaeufige Endziel unserer Reise: Santa Cruz de la Sierra oder aktuelle Santa Cruz d'el Humo. Dazu gleich mehr.

Nach der unglueckseeligen Erfahrung von 2007 glaubten wir heuer schlauer und erfahrener zu sein und wollten unsere Reise in Santa Cruz beginnen. Ein abrupter Reisebeginn auf 4000 Meter ueber Meer hienterliess bei einigen Reiseteilnehmern (innen) Spuren. Dem wollten wir dieses Jahr vorbeugen und beginnen unsere Reise im tiefgelegenen (300 Meter) Santa Cruz.

Leider auch kein Erfolg. Seit Monaten wueten hier wieder einmal Rodungsbraende und das ganze Departement Santa Cruz, Beni, Pando ist von einer dicken Rauchschicht ueberzogen. Die Sichtweite betraegt kaum einen Kilometer und der Rauch beisst in Hals und Nase.

Noch etwas zum Bild. Nebst des Rauches sieht man auf dem Foto eine unsanft gestrandete Maschine der Aerosur. Exakt diese Maschine haette uns wenig spaeter nach La Paz fliegen sollen. Aufgrund der schlechten Sichverhaeltnisse hat diese aber etwas unsanft auf der Landebahn aufgesetzt wobei wohl mindestens ein Pneu und das Fahrwerk erheblichen Schaden genommen haben. Mit einer anderen Maschine gings dann Stunden spaeter trotzdem weiter nach La Paz.

Noch etwas, ohne Bild. Nicht nur der Rauch machten unseren Aufenthalt in Santa Cruz zu nichte sondern auch das unglueckliche zusammentreffen von Messe (Feria) und Stadtgruendung (24. de Septiembre). Es war in der ganzen Stadt keine vernuenftige Unterkunft mehr zu bekommen. Geplant waren eigentlich ein paar entspannende Tage am Pool, jetzt hiess es gleich weiterzureisen.

La Paz hat uns wieder! Wir geniessen den Aufenthalt im New York der Anden sehr. Die Stadt hat viel zu bieten und das Wetter ist praechtig.

Insgesamt scheint uns die Stadt seit unserem letzten Besuch 2007 sauberer und organisierter geworden zu sein.

Hier einige Impressionen:

Nach wie vor praegt der nie anhaltende Verkehrsstrom die Strassen von La Paz.

Naechtliches La Paz aus dem Mirador Restaurant des Hotel Gloria.

Der allseits beliebte Coca Tee wird nun wieder original mit Cocablaettern zubereitet.

Huari Bier aus Oruro.

Pacena Bier aus La Paz (Alkis Choice) nach Bolivianischem Reinheitsgebot von 1415.

Chicharron de Mariscos. Es brauchte durchaus etwas Mut in einer schlecht besuchten Kneipe in der Sagarnaga eine solche Speise zu bestellen. Aber der Mut hat sich gelohnt.

Hart und trocken und irgendwie gut!

immer dieser Aerger mit langsamen Computern und noch langsameren Internet-Verbindungen...

Aus den Yungas (Coroico) senden wir vorerst die herzlichsten Gruesse. Hier finden wir etwas Ruhe und Erholung!

Unser Reiseblog erfaehrt heute ein kleines Update. Eigentlich haetten auch noch Bilder vom Titicacasee erscheinen sollen, aber dieser Ausflug musste krankheitshalber ausfallen. Es liegen aber Bilder von unserer letzten Reise vor. Hier berichten wir von unserem Ausflug in den Salzsee von Uyuni.

Die 11stuendige Reise mit dem Bus erwies sich als sehr anstrengend. Wir waehlten die ultimative Touristenvariante mit geheiztem Bus und Liegesitz. Und es wurde sogar eine warme Mahlzeit serviert. Komfort ohne Ende wuerde man denken. Aber dem war nicht unbegingt so. Der groesste Komfort ist auf einer ruckligen nichtasphaltierten Strasse stehts nur bedingt geniessbar! Aber so ist nun einmal das Reisen per Bus in Bolivien. Dafuer zeigte sich Uyuni bei unserer Ankunft von seiner schoensten Seite mit strahlendem Sonnenschein.

Jede Tour im Salar beginnt als Einstimmung beim alten Zugfriedhof. Im Vordergrund die Muelldeponie von Uyuni.

Vor uns liegt die groesste Salzwueste der Welt. Die Zahlen sind eindruecklich: 10'500km2 betraegt die Flaeche (Titicacasee 8000km2, Schweiz 41'000km2) die Dicke der Salzschicht im Schnitt 120m. Das Salz wird abgebaut und raffiniert und deckt den gesamten bolivianischen Verbrauch. Exportiert wird nicht. Wie auch? Etwa mit dem Bus? Der Flughafen von Uyuni ist erst am Entstehen. Das Gebiet um Uyuni wird aber in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen, da zwei Drittel der weltweiten Lithium Vorkommen hier lagern. Dieser enorme Bodenschatz koennte sich zum neuen Wirtschaftsmotor von Bolivien entwickeln.

Das inzwischen 20 Jahre alte erste Salzhotel im Salar. Es ist aus umwelttechnischen Gruenden nicht mehr in Betrieb. Es entstehen fortlaufend neue Salzhotelts, die aber am Rande des Sees errichtet werden. Eine Uebernachtung ist hier schon fuer 100 bis 200 Franken zu haben.

Der Salar ist nicht nur bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv.

Die beeindruckende Umgebung dient oft auch als Setting fuer Fotoshootings oder Fernsehaufzeichnungen.

Als erste Station der Tour besucht man die Vulkaninsel Tunupa mit den Flamingos.

Ein weiteres Ziel jeder Tour ist die Isla del Pescado. Hier treffen die unterschiedlichen Touranbieter aufeinander und es wird ein Almuerzo aus der Bordkueche serviert.

Hier noch einige Bolivienimpressionen ohne Kommentar.

Gott wird dich nicht auf dem Natel anrufen, stell es ab bevor du sein Haus betrittst. - Mit diesen Worten schliessen wir unsere heutigen Nachrichten. Im weiteren Verlauf unserer Reise werden wir Cochabamba besuchen und anschliessend via Villa Tunari mit dem Bus nach Santa Cruz weiterreisen, wo unsere Reise ihren abschluss finden wird.