Planung

Planung - Wer benötigt was

Ich benötigt meinen Computer in erster Linie als Büro PC. Internet, Mail und Office Anwendungen. Diese Programme sind sehr genügsam was Prozessorleistung und Hauptspeicher anbelangt. Ich arbeite aber sehr oft auch mit den Grafik- und DTP Anwendungen der gesamten Adobe Palette. Diese Programme sind sehr anspruchsvoll was Rechenleistung anbelangt. Deshalb setze ich auf eine schnelle CPU und reichlich Hauptspeicher (RAM). Ich habe mich für einen Intel Dual-Core 820 (2800FN) entschieden.

Diesen Prozessor verpflanze ich in ein ASUS Delux Mainboard mit 945 Chipsatz und schnellem Bus für 667 MHz RAM. Dazu spendiere ich meinem neuen System 2 GB Hauptspeicher. Das ist im grundegenommen reichlich übertrieben. Kaum eine Windwosanwendung benötigt 2 GB RAM, selbst Windows XP gibt sich mit wesentlich weniger zufrieden. Trotzdem habe ich mich für 2000 MB entschieden. Ich habe nämlich die Absicht, die Hälfte davon als RAM-Drive zu mounten. Auf diesem virtuellen Laufwerk werde ich alle temporären Dateien auslagern. Ich verspreche mir davon ein stets "müllfreies" System und schnelleres Off-line Surfen im Internet. Finanziell bedeuten heute RAM nur noch eine geringe Belastung.

Eine weitere Besonderheit wird ein leicht kühlbares Alugehäuse sein. Für Umluft wird nur ein superleiser 120mm Lüfter sorgen. Ein passiv gekühltes 400W Netzteil versorgt das System mit Saft. Alle weiteren Komponenten wie Prozessor und Grafikkarte sind ebenfalls passiv gekühlt.

Anfangs werden regelmässige Blicke auf die Temperaturanzeig von Prozessor und Mainboard nötig sein um zu kontrollieren, ob die Kühlung ausreichend ist. Erklärtes Ziel ist es, den Prozessor niemals mit einer höheren Temperatur als 50° zu betreiben.

Alle weiteren Komponenten sind Standard: 1 200GB Serial ATA II Festplatte von Samsung welche sich durch besondere Laufruhe und geringe Hitzeentwicklung auszeichnen soll und schnelle DDR II PC-5400 RAM.

Hier noch einmal eine Auflistung von allen Komponenten:

Gehäuse:

  • Amacrox Alu mit 400W Fanless (passiv gekühlt) Netzteil
    Kosten: Fr. 329.00 netto

Mainboard:

  • ASUS P5LD2
    Kosten: Fr. 179.70 netto

Prozessor:

  • Intel Pentium Dual Core D820
    Kosten: Fr. 371.10 netto

 

Ram:

  • Take MS DDR2 Pc-5400 total 2000 MB
    Kosten: Fr. 287.00

Grafikkarte:

  • MSI NX6600 VTD256EH (passiv gekühlt)
    Kosten: Fr. 172.00 netto

Festplatte:

  • Samsung SpinPoint P120 200 GB S-ATA II Interface
    Kosten: Fr. 140.40 netto

Alle weiteren Komponenten wie optische Laufwerke und die gesamte Peripherie verwende ich die bestehende.

Zusammengefasst entstehen mir also Kosten von Fr. 1479.20.

Zugegeben: man könnte sich bestimmt einen billigeren PC zusammenstellen, aber ich habe versucht, alle Komponenten gut aufeinander abzustimmen, damit keine Engpässe im System entstehen. Oft wird bei fertig assemblierten Computern billiges, langsames und veraltetes RAM verwenden. Das würde die gesamte Systemleistung beeeinflussen. Besonders mühsam sind auch langsame Festplatten oder ruckelnde Grafikkarten.

Einkauf

Wo kauft man was am billigsten

Grundsätzlich bestelle ich alle Komponenten im Internet. Als hilfreich bei der Suche nach dem günstigsten Anbieter benutze ich hier das Portal

www.Toppreise.ch

Bei der Auswahl des richtigen Shops schaue ich aber nicht nur auf den Preis: funktionieren Komponenten nicht richtig, ist es äusserst hilfreich, wenn sich der Shop in unmittelbarer Nähe zum Wohnort befindet.

Hier also meine Auswahl:

Das Gehäuse habe ich bei www.frozen-silicon.ch bestellt. Der Shop hat seinen Sitz in Hofstetten bei Brienz, meinem Heimatort.

Meine persönliche Bewertung: Freundlich und kompetent. Mein Gehäuse hatte allerdings eine ungeheuer lange Lieferzeit. Das sehe ich aber nicht als Fehler des Shops.

Die Grafikkarte habe ich bei www.netchange.ch erstanden. Der Online-Shop befindet sich in Wabern wo auch ein Landenlokal unterhalten wird.

Meine persönliche Bewertung: Die Ware war aufgrund von Lieferengpässen über Weihnacht/Neujahr nicht wie im Online-Shop angegeben sofort verfügbar. Wählt man die Variante "Barzahlung und Abholen im Shop" wird die Ware offenbar nur einmal pro Woche bestellt um Porti zu sparen. Bereits im Vorfeld zur Bestellung wollte ich mich per Telefon über einige Detail der Ware erkundigen. Ich wurde lakonisch abgewiesen mit der Begründung, dass bei diesen tiefen Preisen und knappen Margen kein Support oder Beratung drin liege. Ich müsse mich selber im Internet schlau machen.

Hier kaufe ich nie mehr etwas. Die gelieferte Grafikkarte funktionierte nämlich in meinem System nicht. Trotz Netzteil mit 400W Spannung sprang die Grafikkarte nicht an, obschon nur ein 350W Power-Supply verlangt wird. Als ich die Karte zurückgeben wollte, biss ich auf Granit! Das sei nicht möglich. Das glaube ich sogar und nehme die Schuld auch auf mich, aber unter gutem Service verstehe ich trotzdem etwas anderes.

Alle anderen Komponenten wie Prozessor, Mainboard, RAM etc. habe ich in meinem Lieblingsshop www.shop-24.cc eingekauft. Im Vorfeld zur Bestellung liess ich mich ca. 1 Stunde am Telefon vom Geschäftsführer persönlich Beraten (RAM konfiguration, S-ATA Raid etc., Board und Prozessor). Der Shop residiert in Heimberg. Dort fahre ich jede Woche vorbei und kann die Ware gleich ohne Gebühren und Porti abholen. Meine Empfehlung!

Ausführung

Die Ausführung

Von wegen lüfterlos!!

Die schlechte Nachricht zuerst: meine gesamte Strategie was den "leisen PC" anbelangt konnte ich nicht wie gewünscht realisieren! Es ist einfach immer wieder erstaunlich, was für Temperaturen in einem Prozessorkern entstehen. Ein Pentium 4 Dual-Core hat eine Leistungsaufnahme von ca. 130 Watt und damit eine Abwärme von bis zu 89 Grad im Kern. Diese Wärme mit einer passiven Kühlung via Heat-Pipe ableiten zu wollen ist reine Utopie!

1. Zusammenbauen

Rätsch, Päng, überhaupt kein Problem. Das Gehäuse musste stellenweise etwas zurechtgemacht werden, das Montageset für die Heat-Pipe konnte nicht wie beschrieben verwendet werden und musste auch etwas gebogen werden. Alles andere lief ohne Zwischenfälle.

2. Das erste Mal einschalten

Der PC startet nicht und gibt nur Piepstöne von sich. Aha, Manual zur Hand nehmen: es handelt sich um einen Hardwarefehler, über mehr schweigt sich das Buch aus. Das grosse Augenreiben beginnt. Etwa eine Million Ursachen können diesen Fehler verursachen. Ich setze mich also hin und lese zum ersten Mal das ganze Handbuch. Ich kann keinen Fehler entdecken. Allerdings steht gut versteckt die Information, dass wenn kein CPU-Lüfter angeschlossen sei, dieser Hardware-Fehler provoziert werden könne.

Also, Lüfter anschliessen, heult wie eine Kreissäge aber das Piepsen hört sofort auf. Wunderbar: nein...

3. Das zweite Mal einschalten

Der Monitor bleibt dunkel. Kein Bild. Keine Ahnung. Ich lese die Packungsbeilage der Grafikkarte. Man staune: für ein korrektes Funktionieren ist ein Netzteil von mind. 350Watt ausgangsleistung erforderlich. Ich habe 400Watt! Warum gehts nicht? Ich rufe beim Gehäuselieferanten an um mir versichern zu lassen, dass in meinem Tower ein 400Watt Netzteil verbaut ist, draufstehen tut nämlich nichts. Man versichert mir glaubhaft, dass dies ein entsprechend starkes Teil ist. Informiert mich aber gleichzeitig darüber, dass es sich dabei immer um die Angabe "combined Power", also die Gesamtleistung von 12 und 5 Watt Bus. Die einzelnen Leitung brächten es jeweils nur auf ca. 125 Watt, was wohl für diese High-End Grafikkarte nicht ausreiche.

Schnell ab in den Media-Markt, eine neue Karte kaufen. PCI Express und Passivkühlung musste es sein. Habe auch tatsächlich ein billiges Schnäppchen erstehen können. Karte rein, alles funktioniert bestens.

Den CPU-Lüfter habe ich auch schon längst wieder abmontiert und die Fehlermeldung unterdrückt. Diese Manipulation musste im BIOS vorgenommen werden.

4. Temperatur kontrollieren I

Hurtig noch die Festplatten partitioniert und formatiert, Windows wird aufgesetzt, Treiber und Utilities installiert: Routine. Gehäuse wird verschraubt. Dann das grosse Staunen. Sofort steigt die Temperatur des Prozessors auf über 70° im Leerlaufprozess! Das darf nicht sein. Zu diesem Zeitpunkt weht nur ein laues Lüftchen vom 12cm Lüfter an der Gehäusefront. Der Luftzug ist zwar unhörbar aber offenbar für den Prozessort mit montierter Heatpipe auch unspürbar.

Lösung: weg mit dem Lüfter vom Gehäuse, ran mit dem Lüfter an die Heat-Pipe, das ist als Möglichkeit so vorgesehen und das nötige Montagezubehör liegt der Packung bei. Frappanter Unterschied: die Temperatur sinkt sofort auf ca. 64°. Allerdings ist jetzt das erheblich Rauschen des Luftzuges an der Heatpipe zu hören.

Heat-Pipe mit angeschraubtem 12cm Lüfter

5. Temperatur kontrollieren II

Mir scheint eine dauernde Prozessortemperatur von über 60° doch immer nocht zu hoch. Ich entschliesse mich noch einen 8cm Lüfter im oberen Teil des Gehäuses anzubringen im die Abwärme der Heat-Pipe aus dem Gehäuse zu bevördern. Jetzt ist die Temperatur optimal! Im Leerlauf nie über 50° und der PC läuft immer noch angenehm leise.

Zusätzlich zu diesen beiden Lüftern montiere ich wieder einen 12cm Gehäuselüfter an der Frontseite. Unmittelbar in dessen Luftstrom befindet sich die Harddisk welche so nie wärmer als 30° wird und das lüfterlose Netzteil.

bitte vergrössern
  1. Nebst Prozessor Wärmequelle Nummer 2: die Festplatte
  2. Der Heizlüfter für kalte Wintertage: Prozessort mit Heat-Pipe
  3. Fanless 400Watt Netzteil von Amacrox
  4. Grafikkarte ohne Lüfter und PCI W-LAN Karte
  5. Zwei 1 GB DDR2 Speicher RAM-Riegel im Dualchannel Mode
  6. Ein 12cm Gehäuselüfter saugt pro Stunde 70m3 kühle Lüft ins Innere des Computers
  7. Ein sehr leiser 8cm Lüfter befördert die warme Luft aus den Gehäuse
Rösümee

Rösümee

Es hat nicht alles wie vorgesehen funktioniert. Trotzdem läuft der PC sehr leise, ist äusserst leistungsstark und sehr zuverlässig. Ich hätte jetzt noch eine PCI Express Grafikkarte zu verkaufen...

Die RAM-Disk Idee

Die RAM-Disk-Idee

Inspiriert von einer Idee aus der PC-Welt wollte ich meinen neuen PC mit reichlich RAM und einem permanenten RAM-Drive austatten. Da schnelles RAM heutzutage auch kein grosses finanzielles Wagnis bedeutet, spendierte ich meinem PC 2 GB RAM in 2 schnellen DDR2 Riegeln. Da selbst Windows XP profesional und ebenfalls kaum Anwendungen mehr als 1 GB RAM auszuschöpfen vermögen, zwacke ich gleich beim Systemstart 1 GB RAM ab und lasse dies per Softwaretreibe für eine RAM-Disk reservieren. Auf dieser landen dann alle TMP/TEMP Dateien und der gesamte Temporäre Internet-Müll.

Es gibt auf dem Markt zahlreiche Free- und Shareware zum Einrichten von RAM-Drives. Ich verwende die enterprise Edition von QSoft RAMDrive zum Preis von 19$. Sie können auch ohne weiteres die Lite-Version benutzen. Diese nervt jedoch mit belehrenden Bubble-Messages in des XP Taskleiste.

Auf dieser Seite gibts alle Infos http://home.tiscali.be/ir006712/RAMDisk/ramdriv.htm

Vorteile der RAM-Disk:

  • Schnelleres und sichereres Navigieren im Internet
  • Schonen der Festplatte: Anwendungen mit häufigen lese-schreib Zugriffen auf die Festplatte laufen schneller
  • Keine Temporären Datein die das System zumüllen

Nachteile:

  • Entpackt eine Installation Dateien in ein Temporäres Verzeichnis und erwartet nach einem System-Neustart die Dateien dort wieder vorzufinden, bricht die Installation zwangsläufig ab
Nachtrag

Nachtrag

Ob aus Dummheit, Pedanterie, oder beidem, habe ich das Kühlsystem  in meinem neuen PC bereits geändert, nur um dieses eine Stunde später schon zu bereuen. Deshalb wird dieses Geschichte um ein informatives Kapitel erweitert.

Ein Profi muss her: der Zalmann 7700

Im grunde genommen, war ich mit der Kühlleistung recht zufrieden. Trotzdem störten mich Temperaturanstiege bei Spitzenbelastungen enorm. Es schien mir, als wollte unter gewissen Umständen die Temperaturanzeige gar nicht mehr unter die 70° Marke mehr fallen. Zugegeben hatte ich die aus mit einem Benchmarkprogramm für Dual-Core Prozessoren provoziert, gleichwohl: auch beim Rippen einer DVD oder ähnlichem kann die Prozessorauslastung über Stunden 100% betragen. Jedenfalls sank das Vertrauen in die Passive Heat-Pipe-Kühlung mit dem langsam drehenden 12 cm Lüfter zunehmend.

Flux kaufte ich mir den Rolls Royce unter den CPU Lüftern: den Zalman CNPS7700-Cu für stolze 90 Franken. Von diesen Lüftern habe ich bis jetzt nur Gutes gehört, zudem sollen sie ausserordentlich leise werkeln.

Ich machte mich also an die Arbeit: Mainboard raus, Heat-Pipe abmontieren, Zalman rauf, alles anschliessen, fertig. Eine knappe Stunde arbeit. Das nach einem solchen Eingriff der PC immer wieder anstandslos anspringt gleicht für mich immer wieder einem Wunder!

Dann der grosse Schreck: der Lüfter heult wie eine Kreissäge, die Prozessortemperatur fällt selbst im Leerlaufprozess nicht unter 60°. Ein Skandal!

Zugegebenermassen ist mein Alugehäuse eher ein Schallleiter als ein Schallschlucker, trotzdem ist meiner Meinung nach so kein vernünftiges Arbeiten möglich. Ich denke auch gar nicht daran, die Umdrehungsgeschwindigkeit zu reduzieren, die Temperatur ist so schon höher als mit meiner Heat-Pipe. Also Take-Back und alles wieder umbauen wies vorher war.

Nach zwei Stunden Arbeit (die passive Heat-Sink ist ziemlich mühsam einzubauen) ist alles wieder beim Alten. Mit einer kleinen Ausnahme: An der Gehäuseseite, direkt über dem Prozessor, kommt der bisher arbeitslose P4 Prozessorlüfter zum Einsatz und sorgt für frischen Wind in unmittelbarer Nähe des Kühlturms. Den Lüfter betreibe ich im "Silent Mode", so ist er angenehm Leise und die Temperatur steigt nun def. nicht mehr über 65° und auch das nur für sehr kurze Zeit. Man muss bei einem Dual Core Prozessor offenbar einfach akzeptieren, dass diese im Kern eine ungeheure Hitze erzeugen. Dabei kann die Lüftung noch so gut sein, diese Spitzen entstehen im innern des Prozessors, wo so schnell keine Lüftung ihre Wirkung erzielen kann, abgesehen von Wasserkühlung, welcher ich im Selbstverbau nicht unbedingt traue.

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft ein Spiel im Windows-Modus, die Virenprüfung, eine Desktop Sidebar, das Website Backend und trotzdem bleibt die CPU mit max. 55° vergleichsweise kühl. Im Leerlauf und bei einfachen Büroanwendungen fällt die Temperaturmarke erfreulicherweise sogar auf  40° und 45°.

An dieser Stelle möchte ich keinesfalls von Zalman Lüftern abraten, im Gegenteil, aber noch mehr möchte ich auf die Effizienz von (grossen) passiven Kühlelementen hinweisen und deren hervorragende Funktionalität bestätigen. Man benötigt dazu aber ein Gehäuse (zum Beispiel aus Alu) das in der Lage ist, einen gewissen Anteil an Abwärem zu absorbieren und erheblich Platz rund um den Prozessor.