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"... denn er ist gütig" - von einem Gleichniss der besonderen Art
09. Dezember 2007 07:16
Alter: 10 Jahre


VON: ANDREAS MEIER


Rubrik: Kurioses

Eine kleine Adventsgeschichte. Zwar passiert im letzten Jahr, aber es ist schliesslich jedes Jahr Advent!



Vor einem knappen Monat habe ich in der Denner-Satellit-Filiale an der Parkstrasse in Bern eine Jacke erstanden. Diese Jacke hatte die Eigenschaft, dass man sie von zwei Seiten tragen konnte. Trug man sie mit dem weichen Futter nach innen, war man gut gegen Wind und Wetter geschützt, nach innen gekehrt war sie hingegen ungemein leicht zu tragen. Ein zugleich praktisches wie modisches Accessoire. Drum würde ich sogar meinen, es war eine ganz besondere Jacke die mir gute Dienste leistete, bis dann vor paar Tagen das völlig unerwartete geschah!

Beim Ausziehen des textilen Wunders vernahm ich ein schier unhörbares Klingeln. Was war geschehen? Ein winzig kleines Metallding, das über ein ebensolches aus Plastik gestülpt war, welches man nun seinerseits in das Ding einführt mit dem man schlussendlich durch Auf- oder Abwärtsbewegungen den Reissverschluss öffnet oder schliesst, war abgefallen. Als folge davon liess sich der Reissverschluss nicht mehr verwenden und die Jacke nur noch im offenen Zustand tragen. Was bei zunehmend abnehmenden Temperaturen zusehends abwegig schien.

Über diesen Umstand verärgert, begab ich mich unverzüglich in die Denner-Satellit-Filiale an der Parkstrasse in Bern um diesen Mangel anzumelden. Wohl im Wissen, weder Garantieschein noch Kassabon vorweisen zu können, und somit aus der Defensive agieren zu müssen. Die zu zwei Dritteln freundliche Angestellte erklärte mir mit ausserkantonal (ich tippe auf eine Balkanregion) anmutendem Akzent, dass sie das Kleidungsstück unmöglich zurücknehmen könne und riet mir, die Kundenhotline anzurufen. Kein noch so freundliches Insistieren half: ich kehrte mit Jacke und ohne Geld heim.

Wie empfohlen kunsultierte ich zu Hause angelangt sofort die Denner-Hotline 0848 99 66 33 in der guten Hoffnung, Herrn Schweri oder mindestens Herrn Gaydoul an den Hörer zu bekommen. Da Herr Schweri inzwischen verstorben und auch Herr Gaydoul gerade unabkömmlich ist, nimmt ein anderer freundlicher Agent meine Klage entgegengen. Während des Verbindungsaufbaus habe ich genügend Zeit, die Denner-Homepage zu studieren und deren Credo was Kundenzufriedenheit anbelangt auf mich zu adaptieren. Da sich meine Ansichten mit denen des Dennermitarbeiters decken, findet das Gespräch ein rasches und friedvolles Ende. Die Jacke wandert in den Müll und der bezahlte Einkaufspreis zurück in meine Tasche.

Eine Stunde später meldet sich noch eine Stimme aus der Denner-Galaxie am Telefon, um sich erneut formvollendet für das unverzeihliche Fehlverhalten der, im direkten Vergleich nun höchstens noch zu einem Viertel freundlichen Mitarbeiterin im Satellit an der Parkstrasse zu entschuldigen. Nun ist aber genug der Freundlichkeit...

Den versprochenen Betrag finde ich bereits heute in Form von Warengutscheinen im Briefkasten. Ich bin mir noch unsicher, wogegen ich die Gutscheine eintauschen werde. Eines weiss ich allerdings seit heute ganz genau: Denner nimmt die Zufriedenheit seiner Kunden sehr ernst.

... Denner ist gütig! (so steht es auch schon in der Bibel)








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