Datensicherung via FTP auf entfernte Ordner im Web

Die Sicherung sensibler Daten ist ein unbeliebtes Thema. Man schiebt es genau so lange vor sich hin, bis einmal der totale Absturz verbunden mit dem Verlust aller Daten als Super GAU eintrifft. Insbesondere im privaten Bereich herrscht ein grosser Nachholbedarf an Sicherheit.

Anhand des nachfolgenden Artikels möchte ich ein exemplarisches Sicherungskonzept für den avencierten Heimbenutzer aufzeigen. Spätestens seit den guten Vorsätzen zum Jahreswechsel und seitdem in meinem Computer zwei Festplatten im RAID-0 Verbund werkeln, wurde für mich eine externe Datensicherung zum Thema. Noch unlängst waren bei mir Daten und Programme inklusive Betriebssystem auf zwei physikalisch getrennten Festplatten gelagert. Ich ging davon aus, dass diese Platten in den nächsten Jahren nicht den Geist aufgeben würden. Indizien dafür finden sich ja im S.M.A.R.T. Repport, den jede moderne Festplatte erstellt und Hinweise auf die allgemeine Befindlichkeit dieser enthält. Zu lesen sind diese Rapports übrigens mit Freeware Programmen wie Speed-Fan.

Zwei neue Gründe, mich um meine Datensicherheit zu kümmern:

  1. Im RAID-0 Verbund werden im Regelfall keine S.M.A.R.T. Daten weitergeleitet. Man hat also keine Möglichkeit, die Lebensdauer oder allfällige (Lauf-)Fehler einer Festplatte aus erster Hand zu eruieren.
  2. Beim Ausfall auch nur einer Platte, steht man alsbald im Dunkeln weil die Daten in Blöcke aufgesplittet werden (mehr...).

Das ständige Speichern auf CD/DVD, Netzlaufwerk, USB-Datenträger etc. war mir einfach zu mühsam. Ein Sicherungskonzept muss so einfach und komfortabel wie möglich sein, sonst happert es bald einmal mit der regelmässigen Durchführung. Im Idealfall läuft eine Sicherung vollautomatisch im Hintergrund. Dies konnte ich folgendermassen realisieren:

  • In zwei unabhängigen Abläufen werden zuerst ausgewählte Dateien und Ordner auf den lokalen Festplatten mit einem Lokalen Ordner Synchronisiert. Das bringt eine gewisse Redundanz mit sich, da folglich die ausgewählten und für wichtig befundenen Daten lokal doppelt vorhanden sind. Im zweiten Schritt wird dieser Synchronisations Ordner mit einem weiteren Programm mit einem FTP-Verzeichnis abgeglichen. Beide Aktionen laufen vollkommen automatisch und unabhängig.

Dieser Zwischenschritt schien mir insofern sinnvoll, als dass eine lokale Synchronisation so häufig wie möglich stattfinden soll (idealerweise bei jeder Veränderung an den Daten) und natürlich rasch geschehen muss. Eine FTP Synchronisation dauert naturgemäss sehr viel länger und würde das sinnvolle Arbeiten am PC behindern. Drum wird dieser Schritt ausgelagert und nur in Leerlaufzeiten automatisch ausgeführt.

Nachfolgend werden die einzelnen Arbeitsschritte im Detail genau beschrieben.

Auswahl der Daten

Auf den lokalen Datenträgern werden die wichtigen Dateien und Ordner Ausgewählt.

Zu diesem Zweck muss man sich zuerst klar darüber werden, welche Daten wichtig sind. In meinem besonderen Fall ist diese Liste entstanden:

  • Mail, Kalender und Adressdaten (outlook.pst Datei)
  • Sicherung von Systemdaten (Passwörter etc.)
  • alle anderen Daten ausser Media-Files wir Filme, Bilder etc.

Insgesamt Daten im Umfang von rund 1,7 GB die täglichen Veränderungen unterworfen sind und unersetzlich wären.

Synchronisation der Daten

Die ausgewählten Dateien und Verzeichnisse werden mit einem Lokalen Ordner synchronisiert. Dazu benutze ich das Freeware Programm Allway Sync. Bei der Konfiguration achte ich darauf, dass nur in EINE Richtung abgeglichen wird. Meine Originaldaten dürfen NICHT angetastet werden. Befindet sich eine Datei im Ziel (lokaler Synchronisations Ordner) nicht aber in den Quellen, wird die Datei dort gelöscht und in einen Backup-Ordner verschoben.

Das Programm Allway Sync startet mit dem Betriebssystem und überwacht im hintergrund als Dienst alle Veränderungen der Quellen und gleicht diese automatisch nach einer Wartezeit von 10 Minuten mit dem Zielordner ab.

Sichern des lokalen Synchronisations Ordners

Zum Hochladen und Synchronisieren des lokalen Ordners benutze ich das ebenfalls gratis erhätliche Programm SyncBack. Selbstverständlich muss man über einen Zugang zu einem privaten FTP-Server verfügen um Daten ins Web hochladen zu können. Gerne verweise ich an dieser Stelle auf den Schweizer Hoster www.hoststar.ch der zu äusserst günstigen Preisen, eine hervorragende Dienstleistung anbietet. Hier steht mir ein Server mit 10GB Festplattenkapazität zur Verfügung und bietet somit ausreichend Platz um meine Daten zu sichern.

Auch hier ist das Programm so konfiguriert, dass die Daten bei entdeckten Veränderungen hochgeladen und überschrieben werden. Im Quellordner nicht vorhandene Dateien werden im Ziel gelöscht. Bei der Konfiguration ist des weiteren darauf zu achten, dass man nur Daten abgleichen lässt, bei welchen eine Änderung der Dateigrösse diagnistiziert wurde. Da die Synchronisation nicht mit dem Zeitstempel des UNIX-Servers kompatibel ist. Grössenänderungen aber lückenlos erkannt werden.

Das Programm SyncBack wird vom Windows Taskplaner nach 10 Minuten Leerlaufzeit automatisch gestartet.

Über Langzeiterfahrung mit diesem Sicherungssystem kann ich gegenwärtig noch nicht berichten. Falls negative Auswirkungen auftreten, werde ich diese hier publizieren. Als Grundsätzlicher Nachteil ist zu erachten, dass man mit diesem Sicherungskonzept jeweils nur 1 Version einer Datei, nämlich immer die neuest besitzt. Für die Versionierung ist man als Benutzer selbst verantwortlich.